Sonntag, 6. Oktober 2013

[Rezension] Mein böses Herz von Wulf Dorn

Wie viel Böses steckt in jedem von uns?


Im Mittelpunkt der Geschichte steht Doro. Sie ist ein ganz normales Mädchen im Alter von ungefähr 13 oder 14 Jahren und lebt mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder Kai (ca. 1 Jahr alt) in Fahlenberg. Sie ist eine gute Schülerin und beginnt sich für Jungs zu interessieren. Eines Morgens findet Doro ihren Bruder tot in seinem Bettchen. Von da an ändert sich alles für die Familie. Die Ehe der Eltern zerbricht an diesem Schicksal und Doro wird von Halluzinationen geplagt, ihr Unterbewusstsein übernimmt die Regie. Ständig sieht sie ihren Bruder, blau angelaufen und aufgequollen, der mit ihr spricht. Zeitweise befindet sie sich sogar in einer psychiatrischen Klinik.

Als dies überstanden scheint, ziehen sie und ihre Mutter nach Ulfingen, um einen Neuanfang zu wagen. Doch eines Nachts findet sie einen Jungen in Todesangst im Gartenhaus, der schwer verletzt ist und sie um Hilfe bittet. Als sie kurz ins Haus geht, um die Polizei zu rufen und wieder ins Gartenhaus zurückkehrt, ist der Junge weg. Niemand glaubt ihr, dass es den Jungen tatsächlich gab. Erst recht nicht, als man ihr einen Tag später erzählt, dass dieser Junge kurz vorher einen Autounfall hatte und dabei verstorben ist.

Wieder beginnt für Doro diese Höllentour, wieder sieht sie ihren Bruder, wieder spricht er mit ihr, wieder hört sie viele Stimmen und wieder kommen diese Panikattacken. Sie schafft es nicht, die Vergangenheit abzulegen.

Was ist in der Nacht wirklich geschehen, als Kai starb?
Gab es den Jungen im Gartenhaus wirklich?
Wie viel Böses steckt in jedem von uns?

Wulf Dorn hat mit diesem Buch seinen ersten Jugendthriller geschaffen, der kaum zu übertreffen ist.
Es ist so eingehend beschrieben, dass der Leser selbst diese Stimme hören kann, die scheinbar aus Doros Unterbewusstsein kommen und es schwer wird zu unterscheiden, was Realität ist und was Halluzinationen.

Hat nicht jeder im Kindesalter mal die Angst, jemand oder etwas versteckt sich im Schrank oder unter dem Bett? Wer sich nicht davor scheut, das noch einmal zu erleben, sollte die Geschichte unbedingt lesen. Das Buch ist unheimlich, gruselig und voller Wahn mit einem erschreckenden Ausgang!

RandomhouseOnline hat zum Buch ein Video auf youtube veröffentlicht: Link

Das Buch ist im Februar 2012 im cbt-Verlag erschienen und die gebundene Ausgabe hat 416 Seiten, E-Book 761 kB (epub).
ISBN-13: 978-3570160954 

Samstag, 28. September 2013

Digitales Lesen!

Wenn Zwei sich um ein Lesegerät streiten...




...muss einer sich ein Neues kaufen!

Ich habe mich vor einiger Zeit ans digitale Lesen getraut. Natürlich mit einer Menge Vorbehalte. Als mein Liebster sich ein iPad zulegte, haben wir es getestet. Wie ist es, kein Buch in der Hand zu halten? Es ist definitiv anders. Es fehlen das Gefühl, dass Buch das erste Mal auszupacken und zu öffnen, der Geruch des Buches, das Umblättern und das Geräusch dazu. Alles ist irgendwie ein bisschen anders. Aber trotzdem hat es Spaß gemacht, was ich vorher nicht unbedingt für möglich gehalten hätte.

Dann kam die Zeit, in dem ich häufiger hörte: "Ich brauche mal das iPad!" und dann der Ratschlag, ich könnte mir ja einen E-Book-Reader zulegen. Also fing ich an, google zu befragen - nur um mich zu informieren, was es gibt, wie sie so sind und aussehen. Wer möchte schon auf ein weniger schönes Gerät schauen beim Lesen? Aber bald verließ mich der Mut (es gibt ein großes Angebot) und vieles habe ich in den Beschreibungen auch nicht verstanden. Also bat ich meinen Liebsten, mich am nächsten Tag in einen Elektronikmarkt zu begleiten, damit ich die Geräte anfassen und ausprobieren kann. Ich wollte ganz sicher keins kaufen, nur gucken und anfassen. Es gab einige und ich testete jedes Einzelne davon. Manche waren sehr günstig, fassten sich aber auch so an. Manche waren ziemlich teuer, aber toll fand ich sie auch nicht.

Dann sahen wir den Sony PRS-T1 und auch noch reduziert, da es ein Ausstellungsstück war. Ich wollte nicht darüber nachdenken, wie viele es schon angefasst haben...
Also drückte ich auf den Tasten und dem Touchscreen etwas rum und stellte fest, dass er gar nicht schwer zu bedienen war. Irgendwie gefiel er mir, aber ich wollte doch nur gucken. Dann haben wir uns online informiert, was er üblicherweise kostet. Das Angebot in diesem Elektronikmarkt war unschlagbar. Nach langem Hin und Her kaufte ich ihn und dazu in einem Buchladen eine reduzierte Tasche aus grauem Filz (statt 14,99 € nur 3,99 €!!!). Da kam ich nicht dran vorbei. Will ja nicht, dass sich (mein immer noch namenloser) Reader in meiner Tasche verletzt und beschädigt wird.



Zu Hause angekommen, wurde er natürlich sofort an den Rechner angeschlossen. Traurigerweise mussten wir feststellen, so einfach sich der Reader bedienen lässt, so kompliziert ist die Software dazu. Da kam mein Liebster auf die Idee, calibre zu nutzen. Diese Software kann kostenlos aus dem Netz geladen werden. Nachdem er ein paar Einstellungen vorgenommen hat, konnte ich das kinderleicht bedienen. So lud ich mir gleich einige Bücher auf den Reader und kann nun unendlich lesen...
Calibre kann hier geladen werden.

Zum Gerät:
Er ist super leicht (168 Gramm), man merkt ihn kaum in der Hand. Der integrierte Speicher hat 2 GB, was für meinen Geschmack völlig ausreicht. Habe momentan 29 Bücher drauf und der Speicher ist nicht voll. Wem das aber nicht reicht, der kann den Speicher mit einer MicroSD-Karte erweitern. Das Display hat eine Bildschirmdiagonale von 15,2 cm, also 6".
Er kann verschiedene Buch-, Bild- und Audioformate wiedergeben (z.B. epub, jpg, gif, mp3, pdf, txt,...)
Außerdem hat er viele Wörterbücher vorinstalliert und für das schnelle Nachschlagen auch WLan. Der Akku reicht ewig, also perfekt für den Urlaub!

Ich bin super zufrieden mit meinem kleinen Freund und kann nur jedem empfehlen, es mal zu probieren. Ich bin allerdings trotzdem der Meinung, dass nichts über ein richtiges Buch geht (Sorry, kleiner Reader.)!

Mittwoch, 11. September 2013

Ziegenkäse-Honig-Pizza

Mein Liebster war vor einigen Jahren in Südfrankreich unterwegs und erinnerte sich nun an eine Pizza, die er dort aß. Als er mir davon berichtete, wurde ich neugierig, aber auch ein bisschen skeptisch.

Die Neugier siegte und so machten wir die Pizza nach. Aus reiner Bequemlichkeit kauften wir Fertigteig (nicht empfehlenswert, lieber selbst machen). Wir gaben ein paar Tropfen Olivenöl drauf, dann den Ziegenkäse in dünnen Scheiben, etwas Honig drüber und zum Abschluss noch ein bisschen Rosmarin.
Das sah dann so aus:



Und nach ca. 12 Minuten Backzeit so:



Zum Abschluss noch etwas frisch gemahlenen roten Pfeffer drüber und dann einfach nur genießen!
Herrlich...

Samstag, 6. Juli 2013

[Rezension] Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes


Das für mich emotionalste, traurigste, ergreifendste Buch des Jahres!
Unbedingt, unbedingt, unbedingt lesen!!!


Buchrückentext: 
"Lou & Will. Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will.“

Will Traynor ist ein Mann um die 30, aus einem vermögenden Elternhaus stammend, beruflich sehr erfolgreich, verbringt gern abenteuerliche Urlaube, hat eine wunderschöne Freundin. Alles ändert sich an dem Tag, an dem er unverschuldet einen Unfall erleidet und plötzlich querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzt. Von da an fehlt ihm jeder Lebensmut.

Louisa Clark, eine junge, "etwas andere" Frau, lebt nicht so sehr auf der Sonnenseite, ist das schwarze Schaf der Familie und liebt immer noch ihre schwarz-gelb geringelte Biene-Maja-Strumpfhose aus ihrer Kindheit. Sie verliert ihren Job und braucht dringend einen neuen. Da lernt sie die Familie Traynor kennen und wird für genau sechs Monate als "Kindermädchen" für Will eingestellt.

Lou(isa) und Will sind wie Feuer und Wasser, giften sich an, liefern sich Wortgefechte, beide beherrschen den Sarkasmus so sehr, dass es den Leser zum Lachen bringt... Doch Lou gibt nicht auf, schmeißt den Job nicht hin und so lernen sich beiden kennen. Sie verliert ihre Berührungsängste und lernt einen Menschen kennen, der sie fasziniert und für den sie ganz viel empfindet. Eines Tages belauscht Lou unbeabsichtigt ein Gespräch zwischen Wills Mutter und seiner Schwester, und erfährt Dinge, die sie niemals wissen wollte. Von da an ändert sich alles für Lou und sie hat für ihre Pläne nicht mehr viel Zeit...

Die Geschichte ist so emotional, tief traurig, zwischendurch lustig, ergreifend und stimmt nachdenklich. Ich finde nur schwer Worte für dieses großartige Buch!
Und immer wieder die großen Themen: Liebe, (Un-)Abhängigkeit und Menschenwürde.
Es ist eine Liebe zwischen Lou und Will, die anders ist. Sie können sich nur begrenzt körperlich nah sein und Will möchte ihr diese Liebe nicht "antun", weil er weiß, dass er ihr niemals alles geben kann, dass er nie wieder laufen kann und nie wieder wird er seinen ganzen Körper spüren. Er wird immer von anderen Menschen abhängig sein, womit er in keinster Weise umgehen kann. An das neue Leben wird er sich wohl niemals gewöhnen können. Wo hört die Würde eines Menschen auf und hat nicht jeder das Recht, selbst zu bestimmen, wann das Ende nahen sollte? Hat Lou die Macht, ihm dieses neue, andere Leben zu verschönern oder gar ein langes Leben in dieser Situation aufzuzwingen?

Ich habe die letzten 200 Seiten in der Badewanne gelesen und kann nur sagen: Der perfekte Ort dafür! Ich habe Rotz und Wasser geheult! Wahrscheinlich, nein ganz sicher, habe ich noch nie in meinem Leben bei einem Buch sooooo sehr geweint!!!

Jojo Moyes hat mit diesem Buch alles richtig gemacht. Sie hat so dermaßen liebenswürdige Charaktere erschaffen, dass es mir als Leserin noch schwerer fiel, Abschied zu nehmen.

Ich bin froh, dass ich vor dem Lesen nur eine Rezension auf youtube gesehen habe. Also, wer es lesen möchte, einfach kaufen/leihen, loslesen und überraschen lassen, denn Überraschungen gibt es viele.

Mein Rat: Wer nicht gern in der Öffentlichkeit weint, sollte das Buch lieber zu Hause lesen...

Das Cover ist wunderschön gestaltet, obwohl es auf den ersten Eindruck wie ein typisches Frauenbuch aussieht. Nach dem Lesen sah ich es nicht mehr so und das Bild ergibt plötzlich einen Sinn!

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.

Das Buch ist im März 2013 im rowohlt-Verlag erschienen und die broschierte Ausgabe hat 512 Seiten.
ISBN-13: 3499267031

Samstag, 22. Juni 2013

[Rezension] Fünf von Ursula Poznanski

Ein Thriller mit einem etwas anderen Hintergrund!


Buchrückentext: 
"Thanks for the Hunt …

Du bist fündig geworden.

Rätselaufgaben, deren Lösung Koordinaten sind.
 In Plastikbehälter verpackte Leichenteile. 
Zeugen, die nach der Befragung sterben.
 Es ist eine blutige Version des Geocaching, eine grausige Jagd, auf die sich die Salzburger Ermittlerin Beatrice Kaspary einlassen muss.

Der Fall scheint unlösbar.


Und plötzlich wird sie selbst zur Beute …“

Die Geschichte ist um das Hobby Geocaching gestrickt, also einer Schnitzeljagd per GPS. Das Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einem Tatort gerufen und finden eine tote Frau auf einer Wiese liegend. Das auffällige an der Toten sind Koordinaten auf ihren Fußsohlen. Beide sind anfangs eher irritiert und wissen nicht so recht, was das soll. Als sie diese Koordinaten bei Google eingeben, wird ein anderer Ort angezeigt. Den suchen sie auf, wissen aber nicht, was sie dort suchen - bis sie eine kleine Kunststoffdose finden. In dieser Dose befindet sich eine Aufgabe und das Körperteil eines anderen Menschen. Beide Ermittler wissen, dass sie diese Aufgabe schnell lösen müssen, um weiter zu kommen. Sie werden sie lösen und kommen damit an neue Koordinaten. Wieder finden sie einen Behälter und wieder bekommen sie eine Aufgabe und wieder ein Körperteil einer anderen Person. Wie viele Opfer wird es geben? Sind die Opfer nur zufällig gewählt oder steckt ein Plan dahinter?

Der Leser merkt sehr schnell, dass die Autorin selbst Geocacherin ist. Das sollte Nichtcacher aber nicht abschrecken dieses Buch zu lesen. Ganz im Gegenteil! Sie erklärt das Spiel so, dass jeder folgen kann und vielleicht auch neugierig wird. Wer selbst Geocacher ist, wird aber durch die Erläuterung nicht gelangweilt, da sie immer mal wieder zwischendurch und an den richtigen Stellen einfließen.

Ursula Poznanski ist eine österreichische Autorin, die bisher nur Jugendbücher schrieb und sich nun das erste Mal an ein Erwachsenenbuch wagte und das sehr erfolgreich, wie ich finde.

Ich fand es sehr spannend, mal einen anderen Multi-Cache zu erleben!
Wer Spannung und Abenteuer mag - unbedingt lesen!

Titel und Rabe haben eine glänzende Prägung mit UV-Lack, was wirklich sehr schön ist. Mir ging es so, dass ich vor lauter Nervosität anfing, mit der Prägung zu spielen.

Das Buch ist im Februar 2012 im Wunderlich-Verlag erschienen und die broschierte Ausgabe hat 384 Seiten.
ISBN-13: 978-3805250313